Kangaroo Connection

Samstag, März 26, 2005

Australia vs Iraq

Die Deutschen wollen nach Australien zum studieren und die Australier wollen nach Deutschland zum Fußballspielen. Zugegeben, die meisten Australier spielen und schauen lieber Rugby oder befeuern Tierleichenteile in ihren Gärten. Aber zumindest die 11 Jungs, die am 26 März im Olympiastadion der Nationalmannschaft vom Irak gestellt haben, waren ziemlich ambitioniert ihr Land nächstes Jahr bei uns zu repräsentieren.
Ausgerüstet mit selbst ausgedruckten Karten haben wir uns mit den Sonderbussen von der Macquarie Uni aus in Richtung Homebush Bay aufgemacht.


Zum ersten Mal im Olympiagelände unterwegs war ich ziemlich beeindruckt von einer ziemlich coolen Sportanlage mit vielen Sonnenkollektoren, die man sonst in Sydney trotz der vielen Sonnenstrahlen oft vergeblich sucht. Aber wir waren ja wegen dem Fußball-Spiel und nicht wegen der Sonne da.


Die Stimmung im Stadion war bevor der Schiedsrichter seine schwarzen Socken gebügelt hatte schon richtig gut und vor allem die Iraker oder Irakischen Fans haben sich richtig ins Zeug gelegt für ihr Team und ihr Land. Manche sogar mit vollem Körpereinsatz wie man sieht:



Wir saßen zwar nicht mitten im Getümmel, sind aber trotzdem spaßtechnisch auf unsere Kosten gekommen. Mit den scheppernden klängen der Australischen und Irakischen Nationalhymnen wurden wir schließlich wieder an den eigentlichen Grund unseres Erscheinens erinnert und es musste ganz schnell noch den unwissenden Kommilitonen die Abseitsregel erklärt werden. Das geht auch ohne Salz und Senfbehälter auch wenn das bei „Bend it like Backham“ der best verständlichste Vergleich war.

Ein Führungstor vom Irak hat die orientalische Fankurve in Ekstase befördert. Etwa drei Fans sind über die Seiten-Bande dem glücklichen Torschützen zum Jubeln entgegengeeilt, was die Sicherheitskräfte eher weniger (oder doch sehr stark??) belustigte. Zuerst haben sie sie wieder über die Bande zurückgescheucht, aber dann doch im Nachhinein einen wieder aus dem Gemenge herausgezogen und mitgenommen. Überall im Stadion hängen Schilder, dass man nicht über die Bande darf und dass es dafür hohe Geldstrafen gibt. Da wollte wohl jemand seine Kasse aufbessern…
Zurück im Spiel gab es dann insgesamt noch zwei weitere Tore. Eins von Australien und eins von



Ja, auch das zweite war von Australien, so dass sie schließlich gewonnen haben. Die Jungs in den hässlich grün gelben T-Shirts (oh, Moment, das sind die gleichen Farben wie unsere Volleyballtrikots hier) waren einfach spiel stärker. Ob man die Australier oder die Iraker im Sommer 2006 auf deutschem Stadionrasen anfeuern kann weiß ich nicht genau, aber es gibt ja genug Besserwisser unter Euch, so dass das mal jemand als Kommentar hier hin schreiben kann!


Dienstag, März 15, 2005

Surfen


Um richtig in die Australische Kultur einzutauchen muss man natürlich auch mal auf einem Surfbrett gestanden haben. Am besten noch, wenn sich das Brett auf dem Wasser befindet und am aller besten wenn es auch noch von einer Welle Richtung Strand getragen wird. All das zusammen ist gar nicht so einfach wie es sich anhört oder auch manchmal aussieht.

Meine Uni hier hat einen Surfkurs angeboten den ich natürlich gleich mitgenommen habe. Da bekommt man ein Anfänger Brett und die Touriwellen von Manly. Dass das Surfen da ganz gut klappt dürfte an dem geringen Schwierigkeitsgrad liegen. Hier surft so ziemlich alles was auf zwei Beinen stehen kann…


Mit gestärktem Selbstbewusstsein bin ich dann mit meinen surf-erfahrenen Kommilitonen Josh aus Florida und Olivia aus Süd Afrika eines Samstag Morgens um 7 Uhr zu einem „richtigen“ Strand mit einer vernünftigen Brandung aufgebrochen. Josh hat mir sein zweites Brett geliehen und Olivia hat sich praktischer weise vor kurzem einen alten Kombi gekauft, der uns die Busfahrt erspart hat.


Tja, die „vernünftige“ Brandung und das „vernünftige“ Brett sind aber gar nicht so einfach zu beherrschen, wenn man grade mal zwei Stunden Anfängerunterricht hatte und so kam ich mir dann doch eher so vor als wäre ich in einer Waschmaschine anstatt auf einem Surfbrett. Immer wenn ich in die Wellen gepaddelt bin und grade aufstehen wollte, ist sie über mir zusammengebrochen und hat mich unter Wasser den Schleudergang erleben lassen. Die Reißleine von dem Surfbrett, das ohne mich weiter gefahren ist hat mich dann daran erinnert wo oben ist. Vielleicht sollte ich dann doch erstmal noch ein wenig mit dem Anfänger Brett in Manly zwischen den Touristen lang paddeln und mir die tollen Sandburgen anschauen, bevor ich mich wieder in die drei Meter Wellen wage.

Donnerstag, März 10, 2005

Ikea

Ein Ausflug in das beliebte, globalisierte Möbelhaus aus Schweden wurde überfällig, nachdem ich immer noch keinen vernünftigen Schreibtisch gefunden hatte und das Studieren zwischen Ketchupflaschen und Brotkrümeln doch etwas mühsam wurde. Der nächste Ikea liegt allerdings beim Olympia Gelände, wo man nicht gerade mal eben so zu Fuß hinlaufen kann. Also müssen die Öffentlichen Verkehrsmittel herhalten. Im Internet kann man sehr komfortable herausfinden, wie man am besten an sein Ziel kommt und welche Busse man nehmen muss. Nur wie die Bushaltestelle aussieht, die einem als Ziel genannt wird kann man natürlich ganz schwer nur vorher raus finden. Aber dafür gibt es ja die netten Busfahrer. Anne und Roz, die beiden Schweden, die mit mir wohnen wollten der Heimischen Wirtschaftslage etwas helfen und sind als Einkaufsunterstützung mitgekommen. Als wir nun den Busfahrer der Linie 545 fragten wo wir zum Ikea aussteigen müssten meinte der doch glatt, dass er da gar nicht hinfährt. Die Adresse und die Beschreibung von Roz, der da schon einmal war konnten seinem Gedächtnis auch nicht auf die Sprünge helfen, also dreht er sich um und ruft ganz laut zu den Passagieren im Bus: „Hey, fahren wir am Ikea am Homebush Bay Drive vorbei?“ Also wenn hier einer fährt dann er, alle anderen sind ja quasi nur Beifahrer und daher kam auch nur ein verwundertes Achselzucken von den Fahrgästen. Wir sind dann trotzdem eingestiegen und als wir dann 20 Minuten später die großen gelben Buchstaben auf blauem Grund gesichtet und den Knopf zum anhalten gedrückt hatten, hat sich der Busfahrer tausendmal bei uns entschuldigt und wird sich hoffentlich demnächst daran erinnern wo er lang fährt.
Naja, auf jeden Fall wussten wir dann ja auf dem Weg zurück, wo wir aussteigen mussten. Wir hatten da nur ein anderes Problem und das war die Tischplatte, den Stuhl und den ganzen anderen Kram, den man bei Ikea so mitnimmt in den Bus zu verfrachten. Ein Glück dass man hier in Australien keine Münzen in die Einkaufswagen stecken muss, denn sonst hätten wir bestimmt keinen am Straßenrand gefunden, mit dem wir dann das ganze Zeugs von der Bushaltestelle bis nach Hause geschoben haben…
Als Busbeifahrer kann man auch andere lustige Sachen erleben, wie zum Beispiel einen gut gelaunten Busfahrer, der sich entscheidet eine Gute Tat zu tun. Er entschied sich nach seiner Schicht einfach mal so von der Stadt in die Vororte zu fahren und alle Leute die im Rushhour-Verkehr frustriert auf einen Bus warten, umsonst mitnimmt.

Samstag, März 05, 2005

Mardi Gras

Was Köln für Deutschland ist, ist Sydney für Australien. Es ist die Hauptstadt der Homosexuellen. Am 5. März war Mardi Gras in Sydney und es gab eine Riesen Parade auf der Oxford Street mit bunten, schrillen Wagen und vielen „bunten Hunden“. Quasi wie beim Karneval in Köln, nur leider ohne Karmellen, die einem mit aller Wucht geworfen im Gehörgang stecken bleiben. Mit der richtigen Stimmung und der richtigen Einstellung sind wir dann los ins Gedränge.

Die mitgebrachten alkoholhaltigen Kaltgetränke haben die bei fast Allen die ohne hin vorhandene Toleranz so hoch geschraubt, dass man sogar den Ellenbogen des wild fotografierenden Schaulustigen neben einem in seinem Auge geduldet hat. Mit dem anderen konnte man dann, nachdem wie jeden Abend spektakulären Sonnenuntergang eine ganze Horde sehr interessanter Gestallten Säckeweise Kusshände verteilen sehen!