Kangaroo Connection

Sonntag, Februar 27, 2005

Tropfest

Jeden Sommer von Dezember bis Februar sind hier in Sydney in den „Domains“ große Festivals. Die Domains sind ein riesiger Park direkt hinter dem Opernhaus, wo auch der Botanische Garten ist und der gestresste Großstädter seine müden Knochen ausruhen kann. Das letzte von den Festivals ist Tropfest und war dieses Jahr am 27. Februar.

Tropfest ist das Welt größte Kurzfilm Festival und dazu wurde in dem Park ein Turm aufgebaut mit drei Leinwänden damit man von jeder Seite aus etwas sehen konnte. Nach und nach haben es sich an die 100.000 Menschen mit Picknickdecke und Kühltasche auf dem Gras bequem gemacht und warteten bis die Sonne untergegangen war und die Filme begannen.



Meine ganze WG war da und wir haben uns alles für ein leckeres Taco Vergnügen mitgebracht und damit doch den einen oder anderen Picknicknachbarn neidisch gemacht. Die Filme waren meistens sehr lustig und sehr kunstvoll gefilmt. Gewonnen hat schließlich ein Film, wo zwei Obdachlose sich vorstellen auf einer großen Welle zu surfen.

Samstag, Februar 26, 2005

Fortbewegung im Linksverkehr

Fahrradfahren im Linksverkehr ist auf jeden Fall eine Erfahrung! Wohin muss ich gucken, wie rum abbiegen und was machen die Autos dauernd für komische Sachen? Ein Glück, dass es hier die Helmpflicht für Radler gibt. Wir haben bei uns so eine Schrottmühle rum stehen, die ich mir ein paar mal ausgeliehen habe, um zum Supermarkt oder zur Sporthalle an der Uni zu fahren, aber da beides eh so nah ist hab ich das mit dem Fahrrad dann doch wieder sein gelassen und hab mir die Inline-Skates geschnappt, die ich in der Golftasche hergebracht habe. Mit denen habe ich mich aber dann doch auf den Bürgersteig beschränkt, vor allem weil die Sydneyaner bestimmt nicht an solche Gefährte gewohnt sind. In der City finden ab und an mal Skatenights statt, aber hier hab ich außer mir selber noch niemanden mit den Dingern rumflitzen sehen. Naja, aber Skates sind auch erstmal wieder im Schrak verschwunden, weil mir auf dem Rückweg vom Woolworth mit einem Rucksack auf dem Rücken und einer Großen Packung Toilettenpapier in der Hand eine Schraube von den Rollen abgehauen ist und dementsprechend das linke Vorderrad blockiert hat. Ich bin mir Sicher, dass ich mich gekonnt auf den 4-lagigen Rollen abrollen hätte können, wenn ich sie nicht vor lauter Schreck in den Vorgarten des Hauses, an dem ich vorbeihechelte geschmissen hätte. Wundersamerweise konnte ich aber doch noch die Kontrolle über mein Gleichgewicht bekommen und werde mir bei der Nächsten Gelegenheit ne neue Schraube kaufen. Bis dahin ist eine extra Portion Sonnencreme im Nacken mein Freund für den Fußmarsch…

Freitag, Februar 25, 2005

Supermarktdschungel

Der Studentenkühlschrank will gut gefüllt sein, wenn am Montag (28.02.05) das Semester losgeht und da es hier selbst im Outback nicht mal annähernd so eine Service-Wüste wie in Deutschland gibt, kann man hier ganz gemütlich an einem Sonntag (27.02.05) bis 24 Uhr im Supermarkt einkaufen gehen. Onkel-Woolworth ist hier bei Jedermann durchaus beliebt wie Wichtel-Aldi (den es übrigens hier auch gibt) in Deutschland und verkauft weniger Acryl-Socken wie das Pendent in Deutschland sondern Lebensmittel und das ein oder andere Non-Food-Produkt (Fernseher, Lottotickets, Schnittblumen, ...) wie man das von Deutschlands Supermärkten gewohnt ist.

Aber bei genauerem hinschauen fällt einem dann doch auf, dass einiges doch nicht ganz so wie in Deutschland ist:

Der Salat wird oft mit Wurzeln verkauft (als ob ich den noch mal einpflanzen würde… tststs)

Frische Kiwis wollte ich mir auch kaufen und dachte mir, da die ja in Deutschland normalerweise aus Neuseeland kommen müssen die hier ja besonders frisch sein. Aber um der Weltwirtschaft und dem Schiffsdieselkonsum etwas auf die Sprünge zu helfen werden hier Italienische Kiwis verkauft.

Ich hab dann darauf verzichtet solchen Unsinn zu unterstützen und bin in der Tiefkühlabteilung Fischstäbchen angeln gegangen.

Die Kassiererinnen packen einem alles in Plastiktüten ein, die dann wunderbar nach Gebrauch in Mülltüten umfunktioniert werden können. Meistens verzichte ich aber komplett auf diesen Service und kündige beim beladen des Fliessbandes lautstark an, dass ich Selbstpacker bin. Das spart doch einiges an extra Müll und man kann die deutschen mitgebrachten Jute-Beutel zur Schau tragen.

Wenn’s denn mal nicht der 10 Minuten entfernte Woolle sein soll, gibt es ja in nur 10 Minuten in der anderen Richtung das Macquarie Shopping Centre. Hier gibt’s alles. Wirklich alles! Von Thailändischen, Chinesischen und diversen Fast-Food Restaurants über Möbelgeschäfte, Eislaufbahn, Saft-Bar, 4 Supermärkten, Banken, Reisebüro und Surferläden bis zu unzähligen Klamottenläden und einem Großraumkino mit extra Silver- und Goldscreen Sälen. Silver- und Goldscreen Säle sind hier im Kino das, was Business- und First-Class im Flugzeug sind. Riesiges Sessel mit Tisch zwischen den Sitzen wo auch ein dezent beleuchteter Weinkühler drin eingelassen ist und statt Poppkorn und Cola gibt’s Käse, Cracker und Olive sowie Wein.

Mittwoch, Februar 23, 2005

Kangaroo Valley

Am Mittwoch (23.02.05) bin ich mit Roz, Anne, und Oce (meinen housemates aus Schweden und Australien) losgefahren um Sydneys Umland zu becampen. Einen kurzen Zwischenstop haben wir in Wolongong eingelegt, wo wir Tomaten und Zucchini aus dem Gemüsegarten von Oces Eltern geklaut haben. Eineinhalb brütend heiße Autostunden später holperten wir mit dem alten Mazda über irgendwelche Waldwege auf der Suche nach einem geeigneten Campingplatz, als uns auf einmal von rechts (wie sich das in Australien gehört) auf dem Feld ein paar Kangaroos überholt haben und ganz locker über den 1,5m hohen Zaun, über die Strasse in den Wald verschwunden sind.

Auf dem Campingplatz angekommen schaukelten erstmal zwei Wombats ihre Hintern über die Wiese und ließen sich von uns Tierwelttouristen kaum stören. Wombats sind etwa 20 x 50 cm große Beuteltiere, die aussehne wie kleine Bären mit einem Koala Gesicht.


Sehr lustige Wesen sind das, aber wenn sie nachts ihre Rücken am Zelt oder am Baum neben dran reiben kratzen können sie doch schon mal etwas nerven. Ganz zu schweigen von den Kakadus und den kleinen Papageien die einen Höllen lärm den ganzen Tag über machen, aber vor allem früh am Morgen, wenn die Sonne auf geht.

Am Donnerstagmorgen haben wir uns dann zwei Kanus gemietet und sind schön gemütlich den Fluss durch das Tal der Kängurus geschippert und eindeutig mehr Energie in das gegenseitige Nassspritzen als in das Paddeln investiert.

Und da wir dann ja eh alle nass waren durfte natülich die Tarzanschaukel am Flussrandnicht unbenuzt bleiben.


Oce (die Australierin) und ich sind den Schwedischen Turteltäubchen gekonnt davon gefahren und haben sie insgesamt 3 Mal (!) komplett kentern sehen, ohne selber das eigene Flussgefährt von unten betrachtet zu haben.




Es dürfte ja wohl eindeutig sein, wer an dem Abend gekocht hat, was? Und weil kochen am Zelt nicht das aller spannendste ist sind wir kurzerhand mit dem Campingkocher und den Nudeln die 45min zum Meer gefahren, wo wir einen wundervollen Strand fast für uns ganz alleine hatten. Den Fußball bis zur Erschöpfung getreten und unsere Bauchnabel mit Meerwasser durchspült, konnten wir dann unsere Strandpasta beim Sonnenuntergang und Mondaufgang genießen.

Montag, Februar 21, 2005

Unikurse

Seit Montag bin ich offiziell Student an der Macquarie University Sydney mit einem sehr schicken Studentenausweis. Ich habe in jedem Semester vier Kurse, was nach sehr wenig klingt, aber 100% Workload, also Vollzeitstudium ist. Im ersten Semester bin ich eingeschrieben in:

  • Intercultural Communication
  • Writing for the Media
  • International Public Relations and Advertising
  • Information Campaigns

Im zweiten Semester geht’s dann weiter mit:

  • Communication & International Political Economy
  • Digital Audio/Radio Production
  • International Institutions
  • Special Topic
Das „Special Topic“ ist eine Art Praktikum, das ich in einem Unternehmen machen werde und darüber dann einen großen Bericht schreiben muss. In jedem Kurs müssen wir etwa drei Hausarbeiten schreiben, wovon eine am Schluss ist und ziemlich umfangreich. Dafür gibt’s aber keine Klausuren oder anderen Prüfungen – klasse, was?

Sonntag, Februar 20, 2005

Stadterkundung

Ein Sonntag wie gemacht für einen Ausgiebigen Stadterkundungstag. Durch die Wohnungssuche und die Uni Veranstaltungen habe ich bisher leider noch keine Zeit für eine ausgiebige Tour durch Sydney gefunden.


Von China-Town bis zum Botanischen Garten und von der Oxford Street bis zum Opernhaus haben die Lili und ich gut geshopt, fotografiert, bestaunt und ein Nickerchen im Hyde-Park gehalten…





Samstag, Februar 19, 2005

Bondi Beach und Blitzeinschlag

Samstag (19.02.2005) und die Sonne knallt durch das Fenster auf meine Nasenspitze. Das heißt selbstverständlich, dass es Richtung Strand gehen muss. Bondi Beach – der angeblich bekannteste Strand Australiens wurde von etwa 70 Macquarie Studenten angesteuert.

Im Bus oder auch einfach unterm Arm werden von den Australiern überall Surfbretter Gassi geführt und am Strand dürfen sie dann auch frei spielen.

Eine richtig coole Brandung mit vielen Surfern hat einen den eigentlichen Grund für den Australienaufenthalt vergessen lassen und Sand zwischen den Zehen mitten im Februar bei über 30 Grad ist auch sonst etwas Feines.
Schade nur, dass am frühen Nachmittag ein paar dunkle Wolken aufgezogen sind und das angekündigte Gewitter doch noch vorbei gebracht haben. Auf dem Weg nach Hause durch zuckende Blitze über den Hochhäusern von Sydney sind wir noch mal klitsch nass geworden, aber diesmal leider nicht von warmem Salzwasser sondern von kaltem Regen. Beschweren möchte ich mich natürlich nicht, weil ich ja weiß, wie es nördlich des Äquators mit dem Wetter bestellt ist.

Freitag, Februar 18, 2005

Pub Crawl und Kellnernde Profs

Meine „Preenrolment Session“ war am Freitag (18.02.2005). Preenreolment Session bedeutet einfach, dass wir dort alle relevanten Informationen zu unserem Programm, dass wir studieren bekommen. In einem klimatisierten Konferenzraum hat der Vorsitzende Professor vom Institut für internationale Kommunikation uns ein paar Sachen erzählt und ein paar Studenten haben uns die Kurse etwas näher vorgestellt. Um 12 Uhr wurde dann ein enormes Mittagessen für uns aufgefahren und der Professor hat jedem persönlich einen Teller angegeben, sich nach dem Namen erkundigt und sich selbst mit Vornamen vorgestellt. Irgendwie wirkt es immer noch etwas irreal auf mich, was da abgegangen ist. Für meine Duisburger Kollegen: Stellt Euch vor der Professor Heineken hätte sich mit Eddi vorgestellt und uns die Mensateller angereicht, nur dass die nicht mit Mensaessen gefüllt würden sondern von einer beschlipsten Cateringfrau mit Luxussnacks gefüllt würden. Ich scheine also genau an der richtigen Uni gelandet zu sein, weil außer all dem die Kurse auch noch fantastisch klingen. Abends haben wir dann noch den Tilmann in der Stadt getroffen, der mit Leuten von seiner Uni auf einem Pub crawl war. Einige lustige Kneipen haben wir mitgenommen, bevor wir dann leicht fertig von einem langen Tag zu Hause ins Bett gefallen sind.


Donnerstag, Februar 17, 2005

Karaoke und singende Chinesen

Am Donnerstag (17.02.2005) gab es an der Uni für quasi alle Europäer ein Mittagessen umsonst und wir hatten die Gelegenheit die anderen internationalen Studenten an der Uni aus der mehr oder weniger gleichen Region kennen zu lernen. Obwohl verhältnismäßig viele deutsche hier an der Uni sind und aus den anderen Europäischen Länder auch einige da sind, stellen wir Europäer hier nur einen ganz kleinen Bruchteil der internationalen Studenten, weil aus dem Asiatischen Raum unglaublich viele Studenten hier sind. Einige aus China, Malaysia und Korea hab ich schon kennen gelernt auch wenn ich mir die Namen bisher nicht merken konnte. Bei dem Essen wurde die Lili von einer deutschen mit Namen angesprochen und dass war lustigerweise eine mit der sie 1999 Abitur in Gelsenkirchen gemacht hat und seit dem nicht mehr gesehen hat. Sie macht hier ein Studdy Abroad Programm für ein Semester. Die Welt ist klein. Abend war ich mit meiner zukünftigen WG klettern in einer Halle und hinterher war in einer Kneipe neben der Uni eine Karaoke Party. Dort war ein riesiger Haufen Amerikanischer Studenten, die für ein paar Sommer Kurse (ja, auch wenn ihr es manchmal vergesst, hier ist SOMMER!) hier sind. Lustiger weise sind die von der University of Stevens Point in Wisconsin. Stevens Point ist eine halbe Stunde weit von dem kleinen Kaff entfernt in dem ich 1996/97 als Austauschschüler die Schulbank gedrückt habe, aber von denen kannte ich keinen.

Mittwoch, Februar 16, 2005

WG und Grillwürstchen

Am Mittwoch war ich abends von den Leuten, mit denen ich hoffe einziehen zu können, bei einer Freundin von ihnen zu einem Bar Be Que (BBQ) eingeladen. Auf dem Balkon einer unglaublich schönen Wohnung in North Sydney mit einem spektakulären Blick auf die Stadt haben wir dann gegrillt.

Dabei haben sie mich dann schon fast etwas feierlich eingeladen bei ihnen zu wohnen. Ich werde also in ein schönes, gemütliches Haus ziehen und mit einem Schweden, einer Schwedin (die zwei sind ein Päärchen), einer Amerikanerin und einer Australierin, die vor 10 Jahren aus Frankreich nach Australien gekommen ist zusammen wohnen. Die vier sind unglaublich witzig drauf und machen auch sehr viel zusammen. Es verspricht also eine sehr lustige Zeit zu werden. Nicht, dass es das vorher nicht getan hätte, aber im Moment läuft’s einfach rund!

Montag, Februar 14, 2005

Valentinstag und neuer Campus


Seit Montag (14.02.2005) laufen die Orientierungswochen an der Uni mit sporadischen und mehr oder weniger interessanten Veranstaltungen zu Themen wie: Wie organisiere ich mir meinen Alltag, Leben, Wohnen, Arbeiten und Steuern zahlen in Australien, sowie Austauschmöglichkeiten. Klingt komisch, aber es wird einem als internationalem Studenten einiges an Möglichkeiten und finanziellen Möglichkeiten gegeben in ein anderes Land zu gehen und dort zu studieren, eine Konferenz zu besuchen oder Sprachkurse zu machen. So ein Französisch Kurs in Neu Kaledonien für ein, zwei Wochen würde mich schon sehr reizen…

An dem Montag bin ich dann auch aus dem Backpacker Hostel ausgezogen und in ein Studentenwohnheim, bis ich in eine längere Bleibe einziehen kann. Ein Viererzimmer in dem Hostel, wo man nie weiß, wer bei meinen Sachen ist, ist für längere Zeit doch etwas doof. Im 3. Stock von dem Wohnheim, wo ich wohne gibt es einen Balkon mit einer tollen Sicht über Sydney und der Sonnenuntergang ist auch einmalig.



Ein kleines Flugzeug hat sogar für den Valentinstag ein Kondensstreifenherz an den Himmel gemalt. Das ganze sah mit dem Sonnenuntergang und der Skyline aus wie in einem Hollywood Film – nur das es echt war.

Freitag, Februar 11, 2005

Wohnungssuche in Sydney

Am Freitag (11.02.2005) kam dann die Lili, die auch mit mir in Duisburg studiert hat in dem Backpacker an – das war aber vorher geplant. Wir haben uns direkt sehr intensiv auf Wohnungssuche gemacht und den Uni Campus etwas erkundet. Mit Stadtplan, Zeitung, Telefonnummern und einem frisch geladenen Handyakku haben wir dann bis einschließlich Sonntagvormittag halb Sydney nach akzeptablem Wohnraum abgegrast.
Dabei haben wir zum Teil sehr interessante Einblicke in so manche Wohnung bekommen. Von einem Luxus Loft im 13. Stock mitten in Sydney mit Blick auf Darling Harbour und 1x2 m Flachbildfernseher bis zu einer schäbigen Bruchbude in der man sich nicht getraut hat auch nur irgendetwas anzufassen war so ziemlich alles dabei. Die Leute die dort gewohnt haben waren aber alle durch die Bank weg super nett. Oft wurden wir zu den Besichtigungsterminen sogar abgeholt, einmal auch mit dem Taxi und ein anderes Mal sogar zum nächsten Termin gebracht.

Donnerstag, Februar 10, 2005

13h Flug und alte Bekannte


13 Stunden Flug von Dubai nach Sydney sind auch kein wirklicher Spaß, wenn man sich von der Dubaier Hotelklimaanlage eine Erkältung eingefangen hat und um einen herum sich Kleinkinder am laufenden Band übergeben. Aber zum Glück gibt es bei Emirates ja an jedem Sitz ein Entertainment System mit Videos, Radio und Videospielen. Nachdem nun mittlerweile zum 10. Mal „Findet Nemo“ meine Pupillen erweitert hat habe ich mit der Anne unsere endlose Backgammonschlacht fortgesetzt, aber ein Bier und zwei großzügig gemischte Whisky-Cola in 10.000 m Höhe konnte mir weder zum Sieg verhelfen, noch den ersehnten Schlaf beschehren.In Sydney angekommen (7.50 Uhr Ortszeit) war erstmal mein linkes Ohr wegen dem Flugzeugdruck und er der Erkältung für 1½ h taub und wir wurden von einem kleinen Schauer empfangen, bevor sich de Sommersonne in einer blauen Wolke gezeigt hat. Mit einem Kleinbus sind die andern Leuten von meiner Uni, die frisch angekommen sind (also nicht die Anne, die ist ja an einer anderen Uni) bin ich dann in ein Backpacker Hostel mitten in Sydney gebracht worden. Eigentlich war ich der einzige, der dort abgesetzt wurde weil die anderen wo anders untergekommen sind und ich wurde auch nicht dort abgesetzt, sondern an einem falschen Hostel. Koffer, Golftasche, Rucksack und Laptoptasche habe ich dann aber noch selber zu der Richtigen Unterkunft bewegen können, nachdem die nette Rezeptionistin des falschen Hostels mir den Weg erklärt hat. Ein paar Stunden später, als ich mein Zeug im richtigen Hostel im richtigen Zimmer versorgt, ein paar Blocks erkundet, einen Stadtplan und eine Handynummer besorgt hatte, musste ich dann doch alle meine Vorsätze über Bord schmeißen und meinem Jetlag durchseuchten Körper nachgeben und ihm etwas Schlaf gönnen. Dieser wurde jedoch je unterbrochen als es auf einmal an die Tür meiner 4-Bettzelle klopfte. Ein Kerl stand da und meinte mein Zimmergenosse zu sein, allerdings hat er sich in der Tür geirrt, was erklärt, warum sein Schlüssel nicht funktioniert hat. Ich hab ihm kurz erklärt, wo sein Zimmer ist und wollte mich dann eigentlich wieder hinlegen, aber er hatte hartnäckig angefangen Fragen zu stellen. Wo ich her käme, ob ich aus Bonn sei und ob ich früher viel Volleyball gespielt hätte, aber ich hatte weder mein altes „Rot-Weiss-Röttgen“ Trikot, noch irgendetwas anderes verdächtiges an. Nun, wie sich herausstellte war der Kerl war Justus Bach, der kleine Bruder von Mathias Bach, der neun Jahre lang in Bonn im Verein die Bälle ins Netz gehauen hat, an denen ich vorbei gesprungen bin. Witzig, dass man 23 Flugstunden von Deutschland entfernt jemanden in der gleichen Millionen-Stadt trifft, in der man selber ist, aber dass diese Person dann ausgerechnet noch im selben Hostel (in Sydney gibt es viele) absteigt und sich dann auch noch bei knapp 200 Zimmern genau in mein Zimmer verirrt ist schon sehr aussergewöhnlich.

Montag, Februar 07, 2005

Abflug Frankfurt und Dubai

Am Rosenmontag ohne Pappnase und Kölsch am Frankfurter Flughafen zu stehen ist nicht normal für einen Rheinländer. Aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Die Fluggesellschaft erwartet auch noch, dass man sein Leben für ein Jahr auf eine Tasche und 20 Kg beschränkt, aber das kann man ja zum Glück auch kreativ lösen: Ein Reiserucksack versteckt in einer Golftasche kann umsonst zusätzlich mitgenommen werden, wenn das ganze vorher als Golfgepäck angemeldet wurde. Und so bin ich dann vorbei an den Funkemariechen, ähm Stuardessen zum Karnevalszug, nein, Flieger und hab mich auf meinen Barhocker, ach nee, Fensterplatz niedergelassen.
In Dubai angekommen wurden die Anne und ich von einem Fahrer im Schneeweißen Volvo abgeholt und zum Hotel chauffiert, wo wir dann den Tilman und die Andrea, zwei deutsche Studenten, die auch in Australien studieren, getroffen haben.

Die nächtliche Suche nach dem „Global Village“ gestaltete sich sehr schwierig, dafür gab es aber ein paar nächtliche Impressionen von Dubai.Tag zwei der Reise begann mit einem Ausflug zum Strand mit Sicht auf das berühmte Hotel Burj Al Arab.

Der Taxifahrer, der uns dort hin gefahren hat, hat etwa alle zwei Meter der Strecke gefragt, ob er uns nicht doch lieber nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate fahren solle. Wir haben die verführerischen Argumente jedes Mal für durchschnittlich 0,438 Sekunden abgewägt, uns dann aber doch jedes Mal wieder für ein eindeutiges „Nein“ entschieden. Ein selten spassiger Taxifahrer war das. Am Volleyballnetz vom Strand haben wir es zu viert mit fünf Chinesen (zu meiner Verwunderung ohne Kontrabass) aufgenommen.

Ein Sieger war nicht aus zu machen, was wahrscheinlich daran lag, dass wir keine Punkte gezählt haben.

Bevor wir wieder in die Stadt zurück sind, haben wir unsere winterlich bleichen Körper noch im Badenwasser warmen Salzwasser vom Persischen Golf gebadet und einen „Schatz“ verbuddelt. Prinzipiell kann jeder den Schatz suchen und finden, aber ich gehe mal davon aus, dass Jan und Julia die ersten sein werden, die sich dort hin begeben werden.In der Stadt sind wir dann über einen Basar geschlendert, der aber eher langweilig war: Fast nur Stoff zum kaufen und keine Spur von Hektik und Gefeilsche. Ein Emirati der in Deutschland Maschinenbau studiert hat und mit fließendem deutsch Eindruck schinden konnte, war das Highlight.

Abends haben wir schließlich doch noch das Global Village gefunden (30 min Taxi fahrt und diesmal sogar in Richtung Abu Dhabi). Mitten in der Wüste war eine Art Expo aufgebaut mit Ständen von fast jedem Land.

Richtig spannende Dinge gab es dort nicht zu sehen. Im Deutschen Stand z.B. stand ein weißer Porsche Ceyenne, wovon es aber auf Dubais Straßen nur so wimmelte und daher nichts Besonderes war. Richtig interessant fand ich die Container-Moschee auf dem riesigen Gelände. Ich musste dreimal hinschauen, um zu verstehen was ich da vor mir habe. Tja, draußen in der Wüste, wo mal eben ein mehrere Quadratkilometer großes Möchtegern Expo-Areal aus dem Boden gestampft wird muss man sich eben zu helfen wissen.