13h Flug und alte Bekannte

13 Stunden Flug von Dubai nach Sydney sind auch kein wirklicher Spaß, wenn man sich von der Dubaier Hotelklimaanlage eine Erkältung eingefangen hat und um einen herum sich Kleinkinder am laufenden Band übergeben. Aber zum Glück gibt es bei Emirates ja an jedem Sitz ein Entertainment System mit Videos, Radio und Videospielen. Nachdem nun mittlerweile zum 10. Mal „Findet Nemo“ meine Pupillen erweitert hat habe ich mit der Anne unsere endlose Backgammonschlacht fortgesetzt, aber ein Bier und zwei großzügig gemischte Whisky-Cola in 10.000 m Höhe konnte mir weder zum Sieg verhelfen, noch den ersehnten Schlaf beschehren.In Sydney angekommen (7.50 Uhr Ortszeit) war erstmal mein linkes Ohr wegen dem Flugzeugdruck und er der Erkältung für 1½ h taub und wir wurden von einem kleinen Schauer empfangen, bevor sich de Sommersonne in einer blauen Wolke gezeigt hat. Mit einem Kleinbus sind die andern Leuten von meiner Uni, die frisch angekommen sind (also nicht die Anne, die ist ja an einer anderen Uni) bin ich dann in ein Backpacker Hostel mitten in Sydney gebracht worden. Eigentlich war ich der einzige, der dort abgesetzt wurde weil die anderen wo anders untergekommen sind und ich wurde auch nicht dort abgesetzt, sondern an einem falschen Hostel. Koffer, Golftasche, Rucksack und Laptoptasche habe ich dann aber noch selber zu der Richtigen Unterkunft bewegen können, nachdem die nette Rezeptionistin des falschen Hostels mir den Weg erklärt hat. Ein paar Stunden später, als ich mein Zeug im richtigen Hostel im richtigen Zimmer versorgt, ein paar Blocks erkundet, einen Stadtplan und eine Handynummer besorgt hatte, musste ich dann doch alle meine Vorsätze über Bord schmeißen und meinem Jetlag durchseuchten Körper nachgeben und ihm etwas Schlaf gönnen. Dieser wurde jedoch je unterbrochen als es auf einmal an die Tür meiner 4-Bettzelle klopfte. Ein Kerl stand da und meinte mein Zimmergenosse zu sein, allerdings hat er sich in der Tür geirrt, was erklärt, warum sein Schlüssel nicht funktioniert hat. Ich hab ihm kurz erklärt, wo sein Zimmer ist und wollte mich dann eigentlich wieder hinlegen, aber er hatte hartnäckig angefangen Fragen zu stellen. Wo ich her käme, ob ich aus Bonn sei und ob ich früher viel Volleyball gespielt hätte, aber ich hatte weder mein altes „Rot-Weiss-Röttgen“ Trikot, noch irgendetwas anderes verdächtiges an. Nun, wie sich herausstellte war der Kerl war Justus Bach, der kleine Bruder von Mathias Bach, der neun Jahre lang in Bonn im Verein die Bälle ins Netz gehauen hat, an denen ich vorbei gesprungen bin. Witzig, dass man 23 Flugstunden von Deutschland entfernt jemanden in der gleichen Millionen-Stadt trifft, in der man selber ist, aber dass diese Person dann ausgerechnet noch im selben Hostel (in Sydney gibt es viele) absteigt und sich dann auch noch bei knapp 200 Zimmern genau in mein Zimmer verirrt ist schon sehr aussergewöhnlich.



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